Kategorie: Kultur

Zuckersusi soll wieder dampfen

Die Königlich Bayerische Staatsbahn benötigte Lokomotiven, die auch in den engen Kurven ihrer Lokalbahnen gut laufen konnten. Als damals technisch ausführbare Lösung bot sich hierfür an, das Triebwerk in zwei unabhängige Gruppen aufzuteilen und die vordere Triebwerksgruppe als Drehgestell beweglich mit dem Lokrahmen zu verbinden. Da bei dieser Anordnung vier Zylinder erforderlich sind, lag es nahe, diese in Verbundwirkung arbeiten zu lassen. Dies bedeutet, dass der Dampf vom Kessel erst den kleineren hinteren Hochdruckzylindern zugeführt wird, von dort strömt der Dampf in die größeren vorderen Niederdruckzylinder, um dort nochmals Arbeit zu leisten. Erst dann weicht der Dampf über den Schornstein ins Freie. Damit entspricht die Maschine der Bauart Mallet, die sich durch gute Kurvenläufigkeit, Zugkraft und Wirtschaftlichkeit im Brennstoffverbrauch auszeichnet. Die Bayerische Staatsbahn beschaffte 31 der mit der Gattung BB II bezeichneten Lokomotiven, die von 1899 bis 1903, bei J. A. Maffei in München gebaut wurden.

Die 98 727 wurde am 28.2.1903 unter der Bayerischen-Staatsbahn-Nummer 2527 in Betrieb genommen und anschließend in Passau beheimatet. Von der Deutschen Reichsbahn 1925 übernommen, wurde sie als 98 727 bezeichnet. Nach 40 Dienstjahren, 1943, wurde sie dann im Bw Landshut ausgemustert und an die Südzucker AG, Werk Regensburg, verkauft wurde. Dort tat sie bis 1971 als Werklok Nr. 4 Dienst im Rangierbetrieb und erhielt sogar noch 1958 einen neuen Kessel, der von der Lokfabrik Jung nach den alten Zeichnungen hergestellt wurde. Als 1972 eine neue Diesellok ihren Platz einnahm, erhielt der Museumsbahn e.V. die 98 727 als Stiftung.

Aufgrund der Einzigartigkeit dieser Lok wird sie nun umfassend in der museumseigenen Werkstatt in den Zustand der 1930er Jahre restauriert. Dabei wurde eine neue Rohrwand aus Kupfer gekümpelt und durch eine Spezialfirma mit der kupfernen Feuerbüchse verschweißt. Der Kessel wird in Niettechnik wieder instand gesetzt. Jugendliche aus verschiedenen Lehrjahren in der Ausbildung zum Metallbauer der sozialen Einrichtung "Internationaler Bund Darmstadt" werden aktiv in die Restaurierungsarbeiten eingebunden. Hier bekommen sozial benachteiligte Jugendliche die Möglichkeit durch sinnvolle Projektarbeit eine Grundlage für ihr späteres Berufsleben zu schaffen. Durch deren Hilfe wurde das Kümpeln der Kupferplatte, die Restaurierung des Führerhauses sowie die Instandsetzung des Aschkastens durchgeführt. Großer Wert wird dabei auf die Weitergabe von alten Handwerkstätigkeiten und auf Förderung der Teamarbeit untereinander gelegt. Die Lok soll betriebsfähig vorwiegend vor historischen Dampfzügen im Raum Darmstadt eingesetzt werden.

Die Unterstützung hilft dem Museum für dieses Projekt weiteres Material zu besorgen, um Teilprojekte durch die Auszubildende des IB, der eigenen Jugendgruppe und auch durch die eigenen ehrenamtlichen Helfer durchführen zu können. 

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